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Die 3Com Palm-PDA-Familie in der Praxis

Funktionsweise und Anwendungsmöglichkeiten

Was ist ein Palm, was ist seine grundlegende Funktionsweise, wo kann er eingesetzt werden? Diese Seite enthält Wissenswertes über die Palm-Serie und auf das wesentliche beschränkte Programmbeschreibungen (mit Links) zu cooler und nützlicher Software für den wahrscheinlich meistverkauften PDA (Personal Digital Assistent) der Welt.


»» Link-Liste zu Palm-PDAs

Mobile Datenverarbeitung: welche Anwendungsgebiete gibt es prinzipiell? Persönlich habe ich noch nie jemanden gesehen, der auf offener Straße seinen teuren Laptop auspackte, und anfing damit zu arbeiten. Trotz ihrer Mobilität, sind Laptops nur bedingt überall einsetzbar. Konzentriertes Arbeiten an anspruchsvollen Projekten ist ohnehin nur möglich wenn größere zusammenhängende Zeiträume in verhältnismäßig ruhiger Umgebung (am besten mit Tisch) zur Verfügung stehen. Abgesehen von Bahnreisen fallen mir dafür allerdings nur wenige Beispiele ein (ausgenommen die Personen für die der Laptop nicht das Zweitgerät ist). PCs werden immer preiswerter, und es gibt so gut wie keinenOrt wo sie nicht bereits Einzug gehalten haben. Laptops sind also nur dann sinnvoll wenn man öfters längere Zeiträume an PC-losen Orten ist und/oder auf spezielle Software angewiesen ist. Für einen großen Teil der Leute ist es jedoch einfacher ihre Word-Datei auf Diskette mit sich rumzutragen, als einen Laptop mitzuschleppen. Und gibt es nicht Aufgaben, die man trotz PC doch nicht zufriedenstellend im Griff hat? Die schönste Terminverwaltung mit eingebauter Adreßdatenbank nützt nichts, wenn man den PC gerade dann nicht dabei hat, wenn man ihn brauchen würde. Wie gesagt: niemand wird auf offener Straße anfangen mit dem Laptop zu arbeiten, doch eine Idee, ein Einfall, eine kurze Information (Telefonnummern) können einen zu jeder Tages- und Nachtzeit überraschen. Die Praktik für solche Fälle immer einen Notizblock grifbereit zu haben, ist sicherlich sinnvoll (es wird der us-amerikanischen Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Dole sogar nachgesagt, sie würde einen Kugelschreiber mit eingebauter Lampe besitzen um nachts schreiben zu können), doch nimmt sie einem meistens nicht die Bürde weg diese Information noch einmal aufzugreifen und an der richtigen Stelle einzuordnen (neue Adresse in FiloFax eintragen).

Einen nicht zu vernachlässigenden Teil unserer Zeit verbringen wir damit Informationen zu ordnen, bzw. zu suchen. Und diese wird ausgangs des 20Jh. immer mehr. Wieviele Produktivität geht verloren, weil eine E-Mail-Adresse, eine Anschrift, eine Telefonnummer gerade nicht griffbereit ist. Gerade ein Adreßverzeichnis und ein Terminplaner werden regelmäßig gebraucht. Natürlich gibt es die bewährten FiloFax-Systeme, doch auch sie haben ihre Grenzen. Es erfordert sehr viel Disziplin diese auf dem neuesten Stand zu halten (Jahres-, Monats- und Wochensichten). Manchmal kommt man auch hier auch nicht drumherum bestimmte Informationen noch einmal abzuschreiben. Wäre es nicht eine große Zeitersparnis EINE Information EINMAL richtig einzuordnen, um sie dann in vielfältigen Ansichten und Verarbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung zu haben? Bereits Goethe sagte:

"Bei dem vielen Zeuge, das ich vorhabe, würde ich verzweifeln, wenn nicht die große Ordnung, in der ich meine Papiere halte, mich imstand setzte, zu jeder Stunde überall einzugreifen, jede Stunde in ihrer Art zu nutzen, und eines nach dem anderen vorwärtszuschieben."

Johann Wolfgang von Goethe

Goethe hätte sicherlich Gefallen gefunden an einem Handheld-PDA (Personal Digital Assistant, der in der Hand Platz findet). Handheld-PDAs zeichnen sich aus durch Ihre äußerst kompakte Größe und dadurch daß sie tastaturlos sind. Philips Nino, Texas Instruments Avigo, verschiedene Windows CE-Geräte und die Palm-Familie von 3Com sind bekannte Vertreter dieser neuen Gattung im "Mobile Computing". Nach neuesten Informationen arbeitet auch Psion an einem Handheld-PDA auf Basis seines bewährten EPOC-Betriebsystems. Insbesondere die Firma Psion hat in den letzten Jahren große Marktanteile an 3Com verloren.

Es gibt viele Gründe weshalb man sich einen PDA kaufen kann. Die im Palm III eingebauten Anwendungen (Terminplaner, Adressdatenbank, Aufgabenliste und Notizblock um nur die wichtigsten zu nennen) liefern bereits eine solide Grundausstattung um das Gerät sinnvoll einsetzen zu können. Doch das sind noch längst nicht alle Anwendungsmöglichkeiten. Inzwischen gibt es eine Fülle an Software für die Palm-Familie (>3000 Programme), und dank z.T. frei erhältlicher Entwicklungsumgebungen werden es täglich mehr. Die Funktionen der eingebauten Programme werden sogar von neuer Software übertroffen: für die obengenannten Hauptanwendungen gibt es bereits vollständige Ersatzapplikationen die noch besser ineinandergreifen.

Wohlgemerkt stellen PDAs keinen Ersatz dar für einen normalen PC. Sie sind vielmehr eine sinnvolle Ergänzung immer wenn es darum geht vielfältige Informationen immer griffbereit zu haben. Mit PDAs ist es beispielsweise möglich seine vollständige Adressenliste und seine Terminplanung immer dabei zu haben und dies in einem kompakteren Format als dies ein Filofax hätte. Außerdem ist es ein leichtes täglich eine Kopie vom PDA-Inhalt anzufertigen. Das digitale Vorliegen der Daten ermöglicht auch ungeahnte Möglichkeiten. Wie wäre es mit einer automatischen Stichwortsuche imimmer alphabetisch sortierten Adreßbuch. Oder der Geburtstag eines Bekannten erscheint ohne Zutun jedes Jahr an der richtigen Stelle im Terminplaner. Die vielen Aufgaben werden in der Aufgabenverwaltung nach Kategorien sortiert. Erledigte Einträge verschwinden aus der Liste, die sich bei Neuvergabe der Prioritäten wie von Geisterhand neu sortiert. Ein Termin kommt per E-Mail? Kopieren und in die Terminplanung einfügen. Der Termin ist auch noch wichtig? Kein Problem, per Alarm werden sie z.B. 2 Stunden früher daran erinnert.

Niemand weiß ob Palm seinen Marktanteil halten wird in der Zukunft. Windows CE wird als große Konkurrenz für Palm-PDAs angesehen. Tatsache ist daß die zur Zeit angebotenen Windows CE-Geräte schwieriger zu bedienen sind und daß der Datenaustausch bei weitem nicht problemlos ist. Noch ist 3Com bei den Handheld-PDAs Marktführer mit einer Geräte-Familie, deren technische Merkmale gegenüber den CE-Geräten mager aussehen. Dabei darf nicht vergessen werden daß CE eine Windows-Variante ist, und Windows für seinen hohen Ressourcenbedarf bekannt ist. PalmOS wurde speziell für Handheld entwickelt, und ist dementsprechend kompakt und leistungsfähig. Anders ausgedrückt: braucht man wirklich ein Display mit 16 Farben zur Verwaltung einer Adressenliste oder seiner Termine. CE-Geräte sind im Augenblick auch dafür bekannt, daß ihre Autonomie (Batterielebensdauer) nicht viel größer als die eines Laptops ist.

Nur 2 MB im Palm III (neuerdings 4MB im Palm IIIx)? Vielen erscheint das reichlich mager bemessen. Dazu muß allerdings gesagt werden daß viele Programme mit komprimierten Daten arbeiten (das DOC-Format, was nichts mit © Microsoft Word zu tun hat, oder Grafikanzeigeprogramme). Die Anwendungen sind ohnehin sehr kompakt, i.d.R. kann ein Programm >50KB schon als groß bezeichnet werden. Ein Schachprogramm kommt sogar mit ca. 30KB aus. Die Palm-Geräte versorgen ihren Speicher ständig mit Strom. Wissenswert ist vor allem daß die Programme und die Daten im Speicher abgelegt werden an derselben Stelle wo sie auch ausgeführt/benutzt werden. Wird ein Programm aufgerufen, ist das Programm also bereits im ausführbaren Zustand im Speicher vorhanden (ähnlich einem TSR für die Leute die sich noch mit DOS auskennen). Daraus ergibt sich daßmit 2 MB doch viel anzufangen ist. Da kein mechanischer Massenspeicher (Festplatte/Diskette) im Spiel ist, ist der Batterieverschleiß dementsprechend gering. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist trotz des verhältnismäßig (verglichen mit modernen PC-CPUs) langsamen Dragonball-Prozessors (ein Nachfahre des © Motorola 68000, vielen noch ein Begriff aus Amiga-, AtariST- und älteren Macintosh-Zeiten) ziemlich zügig. PalmOS ist nur ein Single-Task Betriebsystem, doch das Umschalten zwischen den Anwendungen geschieht dank des oben beschriebenen Speicheraufbaus unterrhalb einer Sekunde.

Datenaustausch mit dem PC, und dies möglichst einfach und schnell. Dies ist sicherlich eine Qualität von der Palm-Familie. 3Com hat dazu die HotSync-Technologie entwickelt. Die eingebauten Applikationen synchronisieren auf Knopf-Druck (der Knopf befindet sich am HotSync-Cradle) ihre Daten mit Ihrer jeweiligen Schwester-Applikation im "Palm Desktop" (PC), und dies bidirektional. Sollte es einmal vorkommen daß Sie z.B. einen Adresseneintrag oder einen Termin sowohl auf dem Palm als auch auf dem PC modifiziert haben, so stellt HotSync dies fest, legt eine Kopie von beiden Einträgen an und macht Sie auf diese Tatsache aufmerksam. Sie müssen nur den überflüsigen Eintrag manuell löschen. Jede Anwendung legt ihre Daten in einer separaten Datei im Speicher vom Palm ab. Nur bei Anwendungen, welche HotSync-fähig sind, wird ein Datenabgleich mit dem der Windows-Applikation vorgenommen (also z.B. Adressbuch, Terminplaner etc.). Bei Anwendungen für die es ohnehin keine Windows-Version gibt, ist ein HotSync in der Regel nicht vorgesehen. Sie müssen in diesem Fall selber dafür sorgen daß eine Sicherheitskopie von der Datendatei im Palm angefertigt wird (z.B. können Sie dazu BackupBuddy oder PenguinBackup verwenden). Programme vom Palm (Endung *.PRC) brauchen Sie normalerweise nicht zu sichern: da diese ohnehin meist über das "Palm Install Tool" auf den Palm gelangen, haben Sie eine Kopie davon auf Ihrem PC (Ausnahme: ein anderer Palm-Anwender hat Ihnen ein Programm per "InfraRot-Beam" übertragen).

Texteingabe ohne Tastatur, wie soll das gehen? Die Palm-Familie bietet zwei Möglichkeiten Text einzugeben: Graffiti (das ist die eingebaute Schrifterkennung, welche zuverlässig eine zu erlernende vereinfachte Schreibweise erkennt) und die Eingabe auf einer eingeblendeten virtuellen Tastatur. Für Leute die ab und zu längere Texte erfassen möchten, ohne den kompakten Palm gegen einen sperrigen Laptop eintauschen zu wollen, gibt es eine anschließbare Tastatur namens "GoType" von der Firma Landware. Diese ist allerdings mehrfach größer als der nackte Palm, ermöglicht es aber beispielsweise einem Journalisten seinen Artikel vollständig auf dem Palm zu tippen und anschließend per angeschloßenem Handy in die Redaktion zu mailen oder zu faxen.

Das Display vom Palm mit dem eingebauten Digitizer ist der Dreh- und Angelpunkt für Datenausgabe und -eingabe. Leider ist es von der Lesbarkeit nicht optimal. Von Modell zu Modell macht 3Com zwar Fortschritte, und das Display vom Palm IIIx soll akzeptabel sein, doch läßt die Lesbarkeit der Palms bei Dämmerlicht insgesamt zu wünchen übrig. Die Hintergrundbeleuchtung macht (seit Palm III) einiges wett, verbraucht bei häufigem Einsatz aber auch vielBatterien.

Nachladbare Batterien für den Palm wären sehr nützlich, und doch rät 3Com vom Einsatz solcher ab. Die Zeitschrift c't aus dem Heise-Verlag hat in einer Ausgabe Anfang '99 einen Umbau des HotSync-Cradles zur Ladestation vorgestellt. Leute die einen solchen Umbau scheuen, können trotzdem Akkus verwenden. Die Firma ACCUCELL bietet Akkumulatoren mit passenden Ladegeräten an, welche eine Spannung von 1,5V bringen wie herkömmliche Batterien. Um die Spannung der Batterien/Akkumulatoren zu kontrollieren, gibt es Programme wie Sand am Meer. Eines das aus dem Rahmen fällt ist "EcoHack": diese Software verlangsamt die Arbeitsgeschwindigkeit des Palm um so weniger Energieverbrauch zu erreichen. Diese langsamere Arbeitsgeschwindigkeit macht sich in vielen Fällen fast gar nicht bemerkbar.

An Spielerei, Angeberei oder Technikverliebtheit denkt derjenige, der die Möglichkeiten der Palm-Geräte nicht kennt, welche kompakter als ein © Nintento GameBoy sind. Und in der Tat, spielen kann man (trotz nur 4 Graustufen) damit auch ausgezeichnet. Die Bandbreite reicht von Programmen umSpiele in der "realen Welt" zu unterstützen (Punktezählen, Schachuhren) über Umsetzungen bekannter Brettspiele bis hin zu Action-Games. Letztere haben die Qualität von C64-Spielen vor 15 Jahren oder wer erinnert sich nicht an BoulderDash (als Boulderman auf dem Palm)?


Ausgewählte Anwendungen mit Beschreibung und Link


Diese Seite ist keine offizielle Seite von 3Com, auch wird Sie nicht von 3Com gefördert oder unterstützt. 3Com, Palm III, HotSync, Palm Desktop und Palm Install Tool sind geschützte Warenzeichen der Firma 3Com. Alle anderen auf dieser Seite verwendeten Produktbezeichnungen sind selbstverständlich geschützte Warenzeichen ihrer jeweiligen Firma. Es ist zu beachten daß nicht alle Programme Freeware sind und ggf. eine Registriergebühr anfällt. Außerdem ist zu beachten daß einige Programme u.U. nicht auf älteren Gerätemodellen laufen. Alle aufgeführten Programme wurden von mir auf dem Palm III getestet.


Zusammengestellt von Christian Mersch [Homepage].
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Letzte Änderung dieser Seite am 28. Februar 2000.